Warum für die Franzosen der Jakobsweg (Camino de Santiago) etwas Besonderes ist
jakobsweg.pro | Der Pilgerführer für den Camino | Eine spirituelle Reise zu sich selbst. Seit über 1000 Jahren pilgern Menschen auf den historischen Routen nach Santiago de Compostela. Ob zu Fuß oder mit dem Rad, als Einzelpilger oder in der Gruppe – hier finden Sie alle Informationen für Ihre persönliche Pilgerreise. Detaillierte Routenplanung, Packlisten, Unterkünfte und Erfahrungsberichte helfen bei der Vorbereitung Ihres Weges. Einige Links führen zu Affiliate-Partnern.
Wie gefährlich ist der Pilgerweg wirklich – und was man über Trickdiebe, Rucksäcke und Notfälle wissen sollte
Der Jakobsweg – für viele eine spirituelle Reise, für manche ein sportlicher Hike, für einige eine Mischung aus beidem. Aber wie sicher ist dieser berühmte Pilgerweg eigentlich, wenn es um Wertsachen, Geld und persönliche Sicherheit geht?
Kurz gesagt: Meistens sicher. Aber eben nicht naiv-sorglos-sicher. Und genau deshalb lohnt es sich, ein paar Dinge zu wissen, bevor man mit vollem Portemonnaie und offener Tasche Richtung Santiago de Compostela aufbricht.
Zunächst: Der Jakobsweg, insbesondere der „Camino Francés“, gilt als einer der sichersten Fernwanderwege Europas. Viele Orte leben vom Pilgertourismus – und das bedeutet: Infrastruktur, Hilfsbereitschaft, wenig echte Kriminalität.
Aber: Taschendiebstahl? Gibt’s. Besonders in Großstädten wie Pamplona, Burgos oder Santiago selbst. Auch in vollen Herbergen kann es vorkommen, dass mal ein Handy verschwindet – oder ein paar Scheine aus der Bauchtasche.
Ein klassisches Beispiel: Ein Pilger schläft, die Wertsachen liegen neben dem Bett oder – noch schlimmer – sichtbar im Rucksack. Am nächsten Morgen: Geld weg. Pass weg. Stress da.
Solche Fälle sind selten, aber sie passieren. Und sie treffen meist genau die, die dachten: „Ach, hier passiert schon nix.“
Pilgern heißt nicht automatisch: „Back to cash“. In vielen Herbergen, Bars oder kleinen Läden entlang des Weges wird Bargeld (noch) bevorzugt. Aber große Summen sollte man auf keinen Fall dabeihaben. 50 bis 100 Euro pro Tag reichen meist völlig aus.
Tipp:
Verteile dein Geld: ein Teil im Brustbeutel, ein Teil im Rucksack (nicht im Hauptfach!), vielleicht noch ein „Fake-Portemonnaie“ mit Kleingeld.
Karte? Ja. Aber eher als Backup.
Eine Prepaid-Kreditkarte kann sinnvoll sein – lässt sich im Notfall sperren, ohne dass das Hauptkonto betroffen ist.
Die meisten Herbergen sind sicher. Punkt. Aber sie sind auch offen – und man schläft oft in Gemeinschaftsräumen mit 10, 20 oder mehr Personen. Manche Pilger schnarchen. Andere packen um 4 Uhr früh lautstark ihren Kram. Und ganz selten schleicht jemand durch die Betten, der nicht dorthin gehört.
Was hilft?
Wertsachen nachts unter das Kopfkissen oder in den Schlafsack nehmen.
Rucksack abschließen? Bringt wenig. Ein scharfes Taschenmesser macht jedes Schloss in Sekunden platt.
Besser: Unauffällig sein. Keine dicken Geldbündel oder teure Ausrüstung präsentieren.
Powerbanks, Handys und andere kleine Geräte nicht einfach in der Steckdose liegen lassen – auch wenn’s bequem ist.
Dein Rucksack ist dein bester Freund – aber auch ein potenzielles Ziel. Vor allem an Busbahnhöfen, Bahnhöfen oder in großen Städten, wo sich Touristen knubbeln. Trickdiebe sind oft clever. Und schnell.
Szenario: Zwei Personen lenken dich ab – eine fragt nach dem Weg, die andere „hilft“ mit der Karte. Währenddessen ist dein Rucksack offen. Kamera weg. Zack.
Lösungen:
Kleine Vorhängeschlösser für die Reißverschlüsse (nicht als Schutz, sondern als Signal: Hier kommt man nicht so einfach ran).
Wichtige Dinge in einem separaten Tagesrucksack oder einer Bauchtasche – und die immer am Körper tragen.
Auf Etappen in Städten besonders aufmerksam sein. Keine Panik – nur Aufmerksamkeit.
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| Sicher reisen: Umgang mit Geld & Wertsachen auf dem Jakobsweg. |
Trotz aller Vorsicht: Manchmal geht etwas schief. Ein paar Tipps für den Worst Case:
Pass weg? → Sofort zur nächsten Polizeistation, dann zur Botschaft/Konsulat (in größeren Städten).
Geld gestohlen? → Karte sperren (Notrufnummern griffbereit halten!), Freunde oder Familie kontaktieren – Western Union & Co. machen eine schnelle Geldsendung möglich.
Krankheit oder Unfall? → Die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) deckt viele medizinische Leistungen in Spanien. Zusätzlich: Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption.
Polizei? → In Spanien die 112 (Notruf) oder 062 (Guardia Civil).
Tipp: Sprich langsam, die meisten Polizisten haben Grundkenntnisse in Englisch – oder kennen jemanden, der übersetzen kann.
Ich selbst war zweimal auf dem Jakobsweg unterwegs. Einmal allein, einmal mit einer Freundin. Und ja – mir wurde ein Powerbank-Kabel geklaut (so richtig dreist aus der Steckdose). Sonst: keine Verluste. Dafür viele offene Gespräche, ehrliche Hilfe, auch mal ein geschenkter Apfel am Wegesrand.
Sicherheit bedeutet nicht, alles doppelt abzuschließen. Sondern wachsam zu bleiben – und das Vertrauen nicht zu verlieren. Pilgern ist keine Hochsicherheitsoperation. Aber auch kein Spaziergang im Klosterhof.
Fazit
Der Jakobsweg ist im Großen und Ganzen sicher. Wer mit gesundem Menschenverstand reist, wird kaum Probleme haben. Aber ein bisschen Vorbereitung – besonders beim Umgang mit Geld und Wertsachen – sorgt dafür, dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Reise. Und sich selbst.
Meta-Beschreibung:
Wie gefährlich ist der Jakobsweg wirklich? Tipps zum sicheren Umgang mit Geld und Wertsachen, Schutz vor Trickdieben, Herbergensicherheit und Verhalten im Notfall.
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